Transkript Episode 13: Similan Islands, Koh Phi Phi, Penang, Cameron Highlands

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Auf dieser Seite findest Du die Mitschrift der dreizehnten Episode unseres Podcast Projekts “Das Ferngespräch”. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Original anzuhören und durch die dazugehörigen Shownotes zu lesen in denen wir oft noch weiterführende Materialien und interessante Videos/Bildstrecken verlinken.

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Transkript Episode 13: Similan Islands, Koh Phi Phi, Penang, Cameron Highlands

D: Ich sehe einen entspannten, leicht müden Alexander vor mir in Malaysia, freut mich sehr dich zu sehen Alex.

A: Ja, mich auch Hallo, grüß dich!

D: Hallo!

A: Ich bin immer noch leicht heiser, meine Stimme ist schon ein bisschen besser geworden nach 5,5 oder 6 Wochen. Aber ich habe immer noch leichtes kribbeln in meinem Hals und man hört es vielleicht auch noch ein bisschen.

D: Erklären wir dann einfach diese 13. Folge von das Ferngespräch zu unserer Glücksfolge nach der sich deine Stimme wieder restlos erholen wird. Ich hoffe, dass du diese Stunde einigermaßen hinkriegst und hinterher nicht wieder stimmlos bist.

A: Ne ne, dass letzte Mal ging es ja dann auch. Aber es ist einfach, blöd ich habe gerade auch relativ wenig Lust mit anderen Backpackern oder Leuten die ich kennenlerne länger zu reden, weil es ist einfach, wenn ich den Mund aufmache kommt solch ein geraspel raus . Dann fühle ich mich selber nicht so toll und die anderen denken auch: „Was hat denn der, ist der ansteckend?“ oder wie auch immer. Also ich bin gerade so ein bisschen Einsiedler und ziehe mich eher so ein bisschen zurück. Auch wenn das schwierig ist in den ganzen Touristengebieten, in denen ich gerade bin.

D: Du bist auch nicht ansteckend hoffe ich? Also was sagt denn die medizinische Fachwelt inzwischen zu dir?

A: Also ich war nicht mehr im Kontakt, aber mir geht es inzwischen viel besser ich hab nur noch diese Stimme die noch nicht gut ist und der Rest ist eigentlich okay. Diese Bronchitis bin ich ja auch los und wurde mit Antibiotika 14 Tage lange behandelt oder noch ein bisschen länger sogar und danach ist es dann echt okay. Ich war erst in, wann haben wir uns das letzte Mal gesprochen? Aus Khao Lak? Ich weiß es gar nicht mehr.

D: Khao Lak war es.

A: Ja genau und dort hab ich dann auch den Tauchkurs gemacht, wo ich ein bisschen Angst hatte, dass das eben mit dem Tauchen ein bisschen schwieriger sein wird. Der in der Tauchschule meinte dann, dass die Lehrer in der Tauchschule auch mit Fieber tauchen oder wenn sie husten haben usw. Ich hatte da eben ein bisschen Angst, wenn ich Unterwasser dann das Husten anfange, was öfters einmal vorgekommen ist, vor allem nachts, tagsüber weniger, dass ich dann eben nicht mehr atmen kann und dann eben 20 Meter tief bin, dass kann dein echt ein Problem sein.

D: Ging aber alles gut?

A: Ja, also tauchen ist..also ich hab ja diesen Tauchkurs gemacht und bin vorher noch nie tauchen gewesen und es war in 4 Tagen in den sogenannten similan islands, das ist einer der top Tauchspots auf der ganzen Welt. Es ganz dann 2 Theorie und Pool-Tage und 2 Tauchtage eben, wo wir an Tauchtagen jeweils 2 Tauchgänge gemacht haben, einmal 12 Meter runter und einmal auf 18 Meter runter. Also das Tauchen ist wirklich noch einmal eine ganz andere eigene Welt. Es hat mich sehr begeistert, einfach diese Schwerelosigkeit unter Wasser zu haben. Man tachiert sich da ein mit dem Blei und dann hat man auch eine Luftweste, damit kann man Luft ablassen und dazugeben mit der Gasflasche und da dann einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, einfach diese Koordination zwischen das Atmen durch Nase atmen oder durch den Mund, nicht das Atmen durch die Nase, dass Ausatmen durch die Nase. Zum Beispiel wenn man sich die Brille auspustet, wenn da Wasser reingekommen ist. Dann macht man sehr sehr viele Übungen. Es ist einfach so interessant, weil die Koordination ist eigentlich so simpel, einfach den Atemregler aus den Mund rauszunehmen zum Beispiel und wieder rein oder Wasser in die Brille reinlassen und wieder raus pusten. Aber das war total witzig, dass halt manche Leute es einfach absolut nicht auf die Reihe gekriegt haben und das ist dann so lustig, weil wenn man dann in diese Situation kommt, dass man panisch wird, dann fängt man das Hecheln an und wenn man das Hecheln anfängt, dann nimmt das Lungenvolumen zu. Das heißt es ist mehr Luft in der Lunge und auch bisschen mehr Volumen, dass heißt man steigt tendenziell auf. Das heißt man sieht immer an den Leuten die panisch sind, die steigen dann immer auf. Das ist halt sehr lustig, je ruhiger man ist je ruhiger man atmet desto gleichmäßiger kann man dann im Wasser gleiten und das ist eine sehr große Übungssache und man sieht dann am Schluss, wenn man auftaucht wie viel Luft der Tauchguide hat und meistens irgendwie noch 100 Bar drinnen und die anderen haben nur noch 20 Bar drinnen, also das war wahnsinnig schräg ja.

D: Was hast du jetzt für einen Schein gemacht? Da gibt es ja auch verschiedene oder?

A: Ja, es gibt den sogenannten scuba diving Schein und ich habe eben diesen open water diver Schein gemacht. Das heißt ich darf jetzt eigentlich mit einem anderen, der auch diesen Schein hat, mit dem darf ich zusammen tauchen ohne Tauchguide. Wobei ich das am Anfang jetzt auch nicht empfehlen würde. Ich hab mir auch am Anfang gedacht, dass Tauchen sehr gefährlich sein könnte. Aber auf diesen Tiefen ist es gar kein Problem, weil du jederzeit eigentlich von 12 oder 18 Metern direkt auftauchen kannst ohne das wirklich etwas passiert, wenn du die entsprechenden Zeiten einhältst. Du hast nach 5 Metern noch einmal so einen Sicherheitsstopp, aber den kannst du auch auslassen und direkt hochschießen, also das ist echt nicht so weit. Beim Auftauchen hast du auch nicht so Probleme mit dem Druckausgleiche, dass hast du nur beim runter gehen. Das heißt Auftauchen, kannst du dann einfach dein jacket aufmachen mit Luft füllen und nach oben steigen. Wenn man tiefer als 18 Meter geht, dann ist es ein bisschen gefährlicher, weil dann lagert sich der Stickstoff im Blut ab und wenn man dann diesen Sicherheitsstopp, dann gelangt dieser Stickstoff in das Blut und dann in die Blutbahnen und wenn diese Stickstoffbläschen in das Gehirn gelangen, dann ist das sehr gefährlich das man einen Hirnschlag oder sonst irgendetwas bekommt. Aber auf diesen Tiefen 12 bis 18 Metern ist das überhaupt kein Problem.
D: Okay, jetzt ist es ja eher so ein spektakuläres Tauchgebiet, wie war es denn da?

A: Also es ist grundsätzlich schon spektakulär, wenn du Unterwasser bist. Also diese Schwerelosigkeit, diese Verständigung Unterwasser und dann gibt es immer diese Zeichen, die man machen kann. Jedes Tier Unterwasser hat ein eigenes Zeichen. Das heißt Schildkröte meint: zwei Hände übereinander gefaltet und den Daumen dann so gewackelt. Also eine Unterwasser Schildkröte habe ich gesehen, aber leider habe ich diesen großen Tiere wie Manta´s oder Haie oder Rochen leider nicht gesehen. Und ich war von der Farbigkeit unter Wasser ein bisschen enttäuscht. Ich hab ja auch dieses Video gemacht, ich weiß nicht ob du es gesehen hast? Die ganzen Profifilmer, haben irgendwelche Filter über ihren Linsen drüber, dass die ganzen Farben so toll raus kommen Unterwasser, je tiefer du gehst desto blasser wird das Ganze. Dazu kommt dann noch, dass durch die Klimaerwärmung ganz viele Korallen ausgebleicht sind. Das heißt es ist nicht so farbenfroh, wie ich mir das vorgestellt habe. Also von der Seite her war ich ein bisschen enttäuscht, auch wenn es so geil ist und es ein super tolles Tauchgebiet sein soll.

D: Okay, der pro wird dann wahrscheinlich alle mögliche speziellen Sachen entdecken und die Gelegenheiten unter Korallenriffs durch zu tauchen oder was weiß ich.

A: Ne, wir hatten schon einen Guide dabei, Unterwasser ist die Orientierung auch anders als gewöhnlich. Also das man weiß in welche Richtung man taucht und das man wieder zurück taucht, dass man an den richtigen Stellen wieder hoch kommt, dass ist auch gar nicht so ungefährlich, wenn ein Boot über einen hinweg fährt oder so etwas. Man hat dann am Anfang so ein briefing wo man genau taucht, was man da sieht und solche Dinge eben. Aber leider war es eben nicht so farbenfroh, wie ich mir das gedacht habe.

D: Wie lang geht dann so ein Tauchgang?

A: Eine Stunde. Trotzdem war es wunderschön und das kann ich jedem empfehlen und es ist wirklich nicht gefährlich. Ich hab nie Panik bekommen. Der Tauchlehrer hat uns dann auch manchmal so ein bisschen geprüft und dann gibt es so ein Zeichen, dass man keine Luft mehr hat. Man macht dann an der Kehle einen Schnitt und das bedeutet dann, dass man keine Luft mehr hat und dann muss man eben schnell handeln und dem anderen seinen zweiten Atemregler geben, dass der dann wieder atmen kann. Er hat uns dann eben öfter einmal überrascht, dass er hinter uns her kam und uns gestupst hat und uns dieses Zeichen gegeben hat und dann war es wirklich so und du muss reagieren. Alle haben das eigentlich gut hinbekommen.

D: Bis zu welcher Tiefe darfst du jetzt tauchen oder hat die Tiefe mit dem Schein gar nichts zutun?

A: Also ich bin bis 18 Meter ausgebildet und dann gibt es eben diese Gefahr, wenn man tiefer taucht, dass sich dieser Stickstoff ablagert im Blut und dann muss man eben noch einmal einen speziellen Kurs machen, dass man weiß an welchen Stellen man eben verbleiben muss, dass sich das dann wieder langsam durch die Lunge wieder ausatmet dieser Stickstoff. Ich bin jetzt bis 18 Meter ausgebildet. Ich habe am Anfang gedacht, umso tiefer umso besser, aber es ist nicht mehr so. Also ich glaube du kannst mit dem Schnorchel auch wunderschöne Dinge sehen. Vor allem an der Oberfläche siehst du noch viel mehr Farben durch die Sonne und umso tiefer du gehst umso blasser wird alles.

D: Dann hast du die similan Inseln nur zum Tauchen genutzt oder warst du da auch auf sightseeing gewesen?
A: Ne, da gibt es nichts zu sehen. Das ist nur eine Inselgruppe aus 8 Inseln und da gibt es einen Strand, wo man sich hinfahren hat lassen können, aber wir waren nur zum Tauchen dort. Man fährt schon 2,5 Stunden hin und zurück und ein Tauchganz und Mittagessen und so, da ist man schon ziemlich beschäftigt und hat auch wenig Zeit um sonst etwas zu tun. Nach diesen 2 Tauchgängen am Tag ist man auch wirklich ziemlich platt. Das merkt man einfach, dass dieser Druck unter Wasser einfach zunimmt und das der Körper da irgendwie drauf reagiert oder es verarbeiten muss.

D: Okay. Von da ging es dann direkt nach Malaysia oder gab es noch einen Zwischenstopp?

A: Ne, dann bin ich noch auf die Insel Koh Phi Phi. Ja das war auch ein ganz spezielles Erlebnis. Koh Phi Phi ist auch in Thailand eine ganz kleine Insel, der Strand ist so schön, wie er überall in Thailand ist, er ist nicht wunderschön. Was cool ist, als wir dort hingefahren sind ist unsere Fähre, sie hat noch so einen kleinen Schlenker gemacht um die andere Inselgruppe herum und da war dieser Strand, von The Beach mit Leonardo DiCaprio. Diese Inselgruppe und da gibt es dann auch Ausflugsreisen dort hin und das war ja auch dieser James Bond Island da. Und das ist so was von überlaufen, du trittst dir da auf die Füße, dass kannst du gar nicht richtig genießen. Ich hab von der Ferne die ganzen Leute gesehen, hab ein Foto gemacht und ich glaub das ist das beste Foto von allen, wenn du auf dieser Insel selbst drauf bist, dann ist es wirklich nicht mehr schön. Dann eben weiter nach Koh Phi Phi, der Strand ist ganz okay, es gibt keine Auto´s dort es wird alles mit dem Rad oder zu Fuß erledigt und es ist eben nur Tourismus dort. Ganz viele junge Leute und es ist so ein bisschen Ballermann Atmosphäre. Es sind ganz viele junge Leute dort und die kaufen sich dann diese Bukkits heißt das, dass sind so kleine Sandeimerchen und dann ist da Wodka oder Rum oder so etwas und ein Mischgetränk.

D: Flüssige Kopfschmerzen?!

A: Ich trinke das nicht mehr, wenn ich was trinke, dann trinke ich Bier das ist wenigstens was ehrliches und da weiß ich das ich es vertrage und mir das nicht zu Kopfe steigt. Die sind auch total günstig diese Bukkits und jeder trinkt es dort. Was ganz schön ist, abends am Strand nach 8 Uhr gibt es überall Feuershow´s. Das heißt die haben dann so Pongs, kennst du die, die man dann so durch die Gegend schwängt? Das ist wie eine kleine Kette die man in der Hand hält und am Ende ist so ein kleiner Ball. Mit dem kann man dann so verschiedene Figuren um sich herum machen und wenn dann diese Pongs am Ende brennen, dann sieht es bei Nacht aus wie Vollmond, glühende Kreis. Die haben auch brennende Stäbe, mit denen sie jonglieren und hochwerfen. Wenn dann die erste Show vorbei ist kommt die zweite Show so zusagen und dann haben sie ein 6 Meter langes Seil oder ein 8 Meter langes Seil, dass wird dann mit Spiritus auch angezündet und die Gäste dürfen dann über ein brennendes Seil hüpfe. 2 Schwingen es dann und die springen dann über das brennende Seil. Es sind zwischen durch nur ein paar Beinhaare verbrannt, aber mehr nicht.

D: Lacht. Dann wurden die Haare einmal abgesengt. Es ist vielleicht auch einmal ganz praktisch dann spart man sich die Beinrasur.

A: Lacht. Ja dann hatten sie noch ein Feuerreif, man durch springen konnte und eine brennende Limbo-Stange. Wo man dann durch tanzen konnte. Wenn dann die Limbo-Stange zum Einsatz kommt, bekommt jeder der durch kommt ein Shot am Ende. Also egal welche Höhe diese Limbo-Stange hat jeder bekommt einen Shot, um die Leute so ein bisschen zu animieren. Dann noch um das Ganze noch ein bisschen auf die Spitze zu treiben, halten sie dann irgendein Plakat hoch wo drauf steht: „Boy´s nacked free bukkit´s“ Das heißt wenn ein Kerl komplett nackt unter die Limbo-Stange geht, dann kriegt er halt so ein Bukkit.

D: Vor meinem Auge machen sich Orgien auf. Lacht.

A: Ja, dass gleiche gab es natürlich auf für Mädels, die mussten nicht ganz nackt sein, sondern „Girls topless get one bukkit“ oder so. Drei Jungs habe ich gesehen die Splitterfaser nackt da durch sind und ein Mädl habe ich gesehen.

D: Ich glaub für komplett nackt gibt es dann eine Flatrate für den kompletten Abend oder?

A: Ne ne nur ein Bukkit, die Jungs finden das halt so witzig und die braucht man gar nicht so groß anstacheln. Ja und dann ist da halt am Strand die riesige Party, eine Bar nach der anderen, die Feuershow´s die ziehen sich dann eben den ganzen Abend lang durch. Für mich war es halt einen Abend und sehr cool und an den zwei anderen Abenden bin ich so Partymüde geworden. Als der Ralf da war habe ich mit dem ja auch viel gefeiert und auch so, bin ich auch kein Typ von Traurigkeit, aber irgendwann einmal ist es genug. Ich wollte dann echt die zwei weiteren Nächte einen ruhigen machen und dann habe ich mein Dorm Highlight gehabt. Dorm ist ja dieses Mehrfachzimmer wo ich immer schlafe in den Hostels. Erst hat sich eine übergeben, dann hat einer geschnarcht und dann haben sie auch noch Sex da drinnen gehabt während alle drinnen waren, in dem Dorm waren 12 Leute drinnen. Und zwei haben dann eben einen Beischlaf gehabt, wie man das nennt.

D: Lacht. Haben es getrieben wie die Karnickel? Lacht.

A: Ja, aber weißt nicht irgendwie heimlich leise, sondern haben einen riesigen Spaß gehabt, sehr ausdauernd und du liegst dann oben, ich war direkt oben drüber natürlich. Das Bett hat gewackelt.

D: Du hättest sie ja auch anfeuern können. Lacht.

A: Ich habe mir dann auch überlegt, was mache ich denn jetzt. Mach ich jetzt einfach gar nichts, mache ich meine Ohropax rein, soll ich meine go pro rausholen und ein bisschen filmen.

D: Lacht. Wenn sie denn startet.

A: Ja, genau wahrscheinlich hätte sie jetzt eben nicht gestartet. Das habe ich aber nicht gemacht. Mhmm ja du liegst halt oben drüber und dann legen die voll los und lachen dabei und du hörst dir das ganze Repertoire der Geräusche da an, was da so passiert. Ja, dann war ich ganz froh, dass ich dann da wieder weg kam. Lacht. Aber wenn du Party machen möchtest ist Kho Phi Phi eine super Sache, vor allem für junge Leute, ich gehöre hier ja mittlerweile schon zum alten Eisen hier.

D: Hey, aber für 18 Jährige bist du immer noch ein cooles Vorbild, also von daher kann ich mir vorstellen, dass du da noch gut mitgehalten hast.

A: Ich werde auch häufig jünger geschätzt. Ich werde immer so auf Mitte/Ende 20 geschätzt. Dann ging es weiter nach Penang in Malaysia. Die Busfahrten hier sind Wahnsinn. Ich komm jedes Mal an, aber jedes Mal ist wieder ein Abendteuer, dann bist du gerade im Halbschlaf und dann kommt jemand ganz hektisch zu dir hin und schreit: „Jetzt raus raus raus Penang, Penang“ er kann dann nur Penang sagen und nichts auf Englisch. Es ist dann immer so eine Hektik da, obwohl nichts hektisch ist. Du wartest dann, wenn du draußen bist 2 Stunden und eigentlich hätte man das in Ruhe machen können. Dann an der Grenze alle gehen rüber und dann sagt er an der Grenze „No“ und zeigt auf das Büro, also sollte ich ins Büro gehen. Dann denke ich mir: „Warum kommen jetzt gerade alle durch und ich nicht?“ Lacht. Dann gehe ich halt in das Büro und dann sagen sie zu mir „you are overstay.“ Ich in Thailand wollte ich nur 3-4 Wochen bleiben und ich war 11 Tage überfällig. Und dann musste ich pro Tag 500 Pug zahlen und das sind in etwa 5€ und ich habe dann in etwa 100€ Strafe zahlen müssen. Wenn ich die 100€ in ein gutes Hostel oder Hotel investiert hätte, dann hätte ich gelebt wie ein König.

D: Wo sind wir denn eigentlich so kostenmäßig in Thailand im Vergleich auch zu deinen anderen Zielen?

A: Ich war jetzt gestern was essen, da haben wir auf der Straße etwas gegessen und eine Portion Nudeln mit Meeresfrüchten kosten da 1,20€. In Malaysia ist der Alkohol ein bisschen teurer, der ist in Thailand ein bisschen günstiger. Aber so von den Übernachtungen in diesen Droms ziwschen 5 und 10 €.

D: Da hast du also deine Strafe bezahlt und warst dann als nächstes wo?

A: Penang in Malaysia. Das ist eine Insel mit einer ganz markanten langen Brücke drüber, ich weiß nicht wie lang die ist, also die ist paar Kilometer lang die ist riesig groß und sehr schön. Ja, also Penang ist jetzt nicht der Hotspot aber die haben schon so ein paar schöne Dinge. Ich bin ja auch so ein Kunstfan und stehe so auf moderne Kunst und die haben so Street Art Künstler, die Wände und Straßen zum Teil bemalt haben und das habe ich dann alles abgelaufen mit einer Karte und habe mir das alles angeschaut und dann war ich noch in dem Museum vor interaktive 3D Kunst, dass sind so Bilder die an die Wand gemalt sind und die sind 3D. Das heißt die sehen aus, wie wenn da tatsächlich etwas an der Wand wäre und das witzige ist, dass man sich dann in diese Bilder reinstellen oder reinlegen kann und sich dann fotografieren lassen kann. Dass sieht dann so aus, als ob man mit diesen 3D Objekten interagiert. Das heißt zum Beispiel ich habe mich auf den Boden gelegt und habe mich mit einer Hand virtuell an einem Mauervorsprung festgehalten und dann wurde ich eben von einem fotografiert, der da aufgepasst hat und das sieht so aus, als würde ich an dem Gebäude mit einer Hand dranhängen und über mir ist Spiderman, der mich festhält und solche Sachen eben. Das fand ich eben ganz witzig, weil es nicht nur ein Bild war, sondern man konnte sich selbst so ein bisschen mit einbringen. Und das Hostel selbst war ein super Hostel, dass hieß „house of journey“ und das habe ich auch deshalb gebucht, weil mein Blog ja life-is-a-journey.org heißt und ich habe gedacht das „house of journey“, dass muss was sein. Lacht. Ja und halt wirklich gutes essen, sehr freundlich, sehr zuvorkommend, die nehmen die Kunden eher als Freunde, wenn einer selber jung ist. Der sieht das nicht so als arbeiten, ich fand das einfach super. Ich habe ihm das dann auch gesagt, dass ich es einfach super finde, wie er das managet und ich habe ihm auch versprochen, dass ich noch eine Tripadvisor Eintrag oder sonst irgendwo was rein schreibe, weil es einfach toll war.

D: Jetzt hast du ja echt einige Hostels schon gesehen, hast du denn schon eine Zahl in wie viele Hostels du schon gepennt hast?

A: Ja, ich habe ja auf Facebook, jedes Mal wenn ich wo neu bin trage ich mich dann ein mit dem Ort. Ich muss einmal die Städte zählen, aber es sind bestimmt schon einige geworden.

D: Ja, am Ende wirst du so eine Art Hostel-Experte, dann kannst du es praktisch schon an den Fensterscheiben einschätzen?!

A: Es gibt einfach so ganz einfache Dinge die die Leute brauchen. Zum Beispiel müssen sie ihre Handy´s, ihre Kamera´s, ihren Laptop usw. laden. Dann macht es einfach Sinn, dass du am Bett irgendwo eine Steckdose hast. Mit solchen Kleinigkeiten fängt es dann eben an, dass es dann eben sinnvoll durchdacht werden muss. Ich würde es halt so machen, wenn du irgendwo ein Schließfach hast, dann hast du dort deine Ladestation mit drinnen. Damit du deinen Foto drinnen lassen kannst und weggehen kannst. Weil die Leute halt diesen Strom einfach brauchen. Das du Internet hast, dass sind so ganz einfache Dinge eigentlich.

D: Selber schon einmal drüber nachgedacht selber einmal ein Hostel auf zu machen?

A: Ne, ne. Lacht. Mich interessieren viele Business, einfach etwas kreieren was gut ist. Also das hat mich eben fasziniert, dass war nicht teuer das war gut gemacht. Das hat mich eben fasziniert.

D: Ich habe so ein Blog-Post von dir in Erinnerung, wo du darüber philosophierst, was du so alles machen könntest um nach deinem Trip deinen Lebensunterhalt zu bestreiten und du gibst da ja auch ganz vollmundig bekannt, dass du irgendetwas machen möchtest, was jeder machen könnte.

A: Lacht. Ganz am Anfang habe ich doch diesen Professor Dr. Kirchner kennen gelernt und der hat eben gesagt, dass diese Angst die Leute daran hindert, dass zu tun was eigentlich ihre Träume sind. So ein bisschen die Leute dazu zu animieren oder zu zeigen, dass in einem Leben viel mehr möglich ist als alle denken. Wir denken immer wir sind so beschränkt mit allem, aber das stimmt nicht. Wir sind frei, wir sind nicht in einem Käfig wir sind wirklich frei. Das haben ganz viele Leute vergessen oder akzeptieren das einfach so. In diesem System so zu treten ohne darüber nachzudenken, weil es eben alle machen. Wenn es alle machen, dann muss es aber nicht unbedingt richtig sein für einen selber. Für mich ist das nicht mehr richtig. Ich kann auch nicht mehr angestellt sein. Ich habe auch so viel Ideen und ich konnte diese noch nie in einem Unternehmen umsetzen. Weil es immer einen super Schlauen über mir gab, der gesagt hat: „Ne, dass machen wir so und so“, ja und das ist ein stückweit selbst verwirklichen und meine eigenen Ideen umzusetzen, dass ist doch super. Beschränkt konnte ich das natürlich machen in meinem Beruf, aber nicht ganz so flexibel, wie ich mir das vorstelle. Aber es stimmt schon ich mache mir mehr und mehr Gedanken über die Zukunft.

D: Was sind das für Gedanken, lass uns doch einmal teilhaben. In dem besagten Blog-Post da war die Bandbreite, wenn ich mich recht entsinne, von Alexander Schmied In- und Export bis zu..

A: Ja, ist ganz oben auf der Liste.

D: Ist ganz oben auf der Liste? Was würdest du denn für In- und Export als Warengüter umschlagen?

A: Das spielt gar keine so große Rolle, ich glaube es spielt keine große Rolle. Ich glaube man muss nur Kriterien sich überlegen, was Sinn macht und was nicht Sinn macht. Wenn du zum Beispiel jetzt ein komplexes Produkt verkaufen möchtest ich sage jetzt einmal eine Gastourbine von General Electric. Dann wirst du damit Probleme haben, wenn du es dann irgendwann einmal selbst entwickelst, weil du einfach nicht dieses Know-how hast. Das heißt ein Produkt, welches du kaufst sollte aus meiner Sicht nicht komplex sein. Oder es sollte so sein das es möglichst wenig Rückläufer gibt. Vielleicht sollte es auch so sein, dass es am Anfang wenig Lagerkosten verursacht. Ja und da gibt es eben verschiedene Kriterien und ich schreib mir da auch bisschen was zusammen und ich glaube ein Schlüssel ist, dass du nicht alles selber kannst. Du kannst nicht gut sein im Marketing, du kannst nicht gut sein im Einkauf, im Research Design, Webpage bla bla bla es gibt so viele Faktoren, selbst in einem kleinen Online Shop. Um einen guten Online Shop hinzubekommen musst du richtig gut sein, in ganz vielen Bereichen. Was die Werbung angeht und das kannst du nicht alleine leisten und deshalb würde ich gerne ein kleines Unternehmen gründen und das mit ganz vielen Leuten bearbeiten, die Lust haben daran zu arbeiten. Und eben alles öffentlich machen, dass jeder alles sehen kann, jede Kalkulation jeden Fehlschlag und dran mit leben kann. Und ich möchte das in einem Bereich machen wo ich keine Ahnung habe und ich würde das gerne ohne Eigenkapital machen. Damit eben keiner eine Ausrede hat: „Ja, der hat da Erfahrungen im Bausektor und ich kann das nicht“, deshalb möchte ich das in einem Bereich machen wo ich keine Ahnung habe, als eine Art Challenge, also Projekt. Ganz viele Leute daran teilhaben lassen, übers Netzt die dann mit diskutieren und da mitmachen und jeder der da mitmacht soll auch belohnt werden, wenn das ganze Ding funktioniert und wenn nicht, dann gibt es halt eben nichts. Das ist jetzt so gerade meine Gedankenwelle. Ich habe aber immer so ganz viele Ideen die mir durch den Kopf schwirren und ich wollte die eigentlich noch nicht so raus lassen, aber ich habe das ja auch schon in den Blog geschrieben. Ich habe mir vorgenommen, dass ich ein bisschen dran arbeiten werden und das dann runter schreiben werd und das dann als Dokument, Businessplan einfach einmal ins Netz stelle und dann auf die Kommentare der Leute warte.

D: Wir sind gespannt.

A: Lacht. Ja ja du kriegst schon eins. Lacht.

D: Ich habe auch ganz viele Ideen, also schauen wir einmal was da raus kommt und du vorschlägst, dann werfe ich Ideen mit in den Hut.

A: Ja, cool cool cool. Ich bin ja ganz am Anfang loszogen auch aus dem Grund raus, ich muss einfach einmal meinen Kopf frei bekommen. Ich kann in dieser Arbeitswelt und dem ganzen Drumherum was alles für Verpflichtungen in diesem Hamsterrad für mich existieren, kann ich einfach nicht entspannen und einfach einmal meinen Kopf ruhen lassen. Ihm Zeit geben sich auf neue Dinge einzustellen. Deshalb bin ich eigentlich los und ich muss sagen nach 3 Monaten ungefähr hat sich so unglaublich viel bei mir getan, hat sich viel getan und neu sortiert. Ich glaube so 4 Monate bis ein halbes Jahr ist eine sehr gute Zeit für eine Auszeit. Ich weiß nicht ob ein Jahr unbedingt erforderlich ist, wie ich das mache. Ich habe auch gemerkt, dass ich so ein bisschen abgestumpft bin, dass vielleicht wenn andere eben sagen, keine Ahnung das und das die Berge dort, dann sage ich ich war in Halong Bay in Vietnam, dass war wesentlich besser und ich war dort das war wesentlich besser, dass ist auch ganz schön, aber es ist nicht der ultra Hammer. Also ich bin so ein bisschen verwöhnt vielleicht und wenn man dann so viele schöne Dinge gesehen hat. In Penang gibt es auch einen Berg, wo ich oben war und da gibt es dann einen Tempel und den habe ich dann ausgelassen und dann meinten die anderen: „Was du hast den Tempel nicht gesehen?“ und dann habe ich mir eben gedacht, ich habe so riesige Tempel in Bangkok gesehen in Angkor Wat, was noch nicht alles andere. Ich bin so ein bisschen versaut durch die schönen Sachen die ich gesehen habe. Ich brauche einfach den nächst größeren Kick, damit ich begeistert bin. Was ich unbedingt sehen möchte sind so Länder wie Laos oder Myanmar. Wo einfach weniger Tourismus ist. Oder so ganz gefährliche Gegenden wir Afghanistan oder Iran, Kongo.. ja irgend solche Länder wo du nicht einfach im Hostel sein kannst. Mir fehlt so ein bisschen das Adventure, die Herausforderung. Auch einmal das eine Situation, so wie in Johannesburg, wo ich mir denke: „Ha, ist es hier jetzt sicher, kann ich jetzt hier aus dem Auto aussteigen oder bleibe ich lieber sitzen? Ach ich bleibe lieber sitzen.“ Mittlerweile laufe ich auch schon komplett unbeschwert rum und habe wenn ich nicht in einer richtigen Menschenansammlung bin, trage ich auch einmal meinen Rucksack auf dem Rücken und nicht mehr vor der Brust. Ich bin dahingegen sehr entspannt mittlerweile. Vielleicht ist das auch ein Fehler und ich werde oft beklaut, aber ich denke mir in Malaysia oder in Thailand klauen die Leute nicht mehr als in Deutschland. Glaube ich oder ich habe nicht so den Eindruck. In Indien war ich meisten ein bisschen vorsichtiger, weil jeder der mich in Indien angesprochen hat wollte irgendetwas von mir. Wenn ich jetzt hier bin und mich spricht jemand an, dann denke ich mir immer: „Will der jetzt wieder was von mir oder will er einfach nur freundlich sein?“ Dann oftmals wollen die Leute auch nichts außer Hallo sagen und fragen wo ich her komme und einfach nur nett sein wollen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein bisschen paranoisch

D: Ein Paranoid zu sein übrigens ist ein ganz ausgeprägtes Phänomene egal ob man jetzt im Ausland ist oder nicht. Ich kenn Leute die praktisch schon wenn sie vor der Tür sind und auf irgendeinem Stadtplatz rumlaufen sich in ständiger Gefahr wähnen über den Tisch gezogen, beklaut oder sonst irgendwie bedroht zu werden und im Kopf die Möglichkeit durchspielen, während sie vielleicht gerade im Aldi einkaufen gehen hinter ihnen vielleicht gerade das Auto aufgebrochen wird. Das ist oftmals so ganz generell ein Phänomen, was mich schon immer verwundert hat, weil es mir persönlich abgeht. Ich hatte noch nie dieses Gefühl, dass mir das passiert und die meisten haben ja nie diese Erfahrungen gemacht. Ich mein es ist ja immer noch was anderes, wenn du sagen kannst: „Mir wurde schon einmal die Wohnung ausgeräumt oder ich wurde in eine Seitenstraße gezogen und meiner Wertgegenstände beraubt.“ Die allermeisten Leute haben so etwas ja nie.

A: Ja, vielleicht ist Paranoid das falsche Wort, vielleicht ist bei mir das passendere Wort übervorsichtig. Sagen wir einmal so.

D: Trotz allem hat es nichts damit zu tun ob man im Ausland ist, da verstärkt es sich vielleicht noch aber ich glaube die meisten Leute laufen mit dem latenten Gefühl durch die Gegend mein Nachbar könnte ein Massenmörder sein. Ne, glaube ich auch nicht, aber es gibt sicherlich viele die sich so verhalten als wäre es so.

A: Ich glaube das ist im Ausland so die Angst vor etwas Fremden. Also ich habe auch oft gehört, in Vietnam sind die besten Taschendiebe der Welt usw. das wurde mir zu mindestens gesagt, aber ich habe nicht den leisesten Anflug gehabt, dass jemand an mein Gepäck ran will oder so was, Null. Oder auch in Indien hieß es: „Passt auf euer Gepäck auf!“ usw. also bisher ist alles bei mir gut gegangen.

D: Was auch interessant ist, ich habe im Zuge unseres damaligen Podcast auch einmal die Statistiken angekuckt, was die Vergewaltigungen in Indien angeht und dergleichen und habe dabei festgestellt, dass die Rate gar nicht so viel unterschiedlich ist von der Vergewaltigungsrate in Deutschland zum Beispiel. Es ist natürlich so, dass es bei uns durch die Medien geht und ganz speziell die ganz brutalen Fälle, aber über das gesamte Land genommene Statistik verglichen mit der über das gesamte Land genommene Statistik bei uns ist nicht so spektakulär anders. Es ist immer noch zu viel das kann man einmal festhalten, aber du kommst ja jetzt nicht nach Indien mit dem Grundgefühl, dass es ähnlich ist, sondern du kommst mit dem Gefühl hin als Frau muss du da praktisch überall aufpassen.

A: Aber Indien ist als Frau, dass muss ich jetzt schon noch einmal sagen, eine ganz andere Herausforderung als als Mann.

D: Gar keine Frage, dann nehmen wir ein anderes Beispiel an Indien fest gemacht. In Südafrika gab es einmal eine Studie und da wurde festgestellt, dass nahezu 20% von Männern angeben sie wären einmal als Zuschauer oder als Akteur in einer Gruppenvergewaltigung eingebunden gewesen. Also das ist 1/5, wenn das wirklich so viele sind meine Fresse dann läuft du da durch Südafrika und hast viel mehr von diesem Druck drinnen als vielleicht in Indien. Aber umgekehrt hast du halt das Gefühl in Südafrika fühlt es sich entspannter und westlicher an als in Indien für eine Frau.

A: Ja, vielleicht. Aber ich habe mich in Südafrika am unsichersten gefühlt. Weil die Schwarzen einfach körperlich oder physische einfach nochmal stärker sind als wir. Das sind echt so brocken Jungs und einfach dunkel und sehen so ein bisschen gefährlich aus.

D: Interessant. Rolle rückwärts zu dem Hostelthema. Ich hab die Diskussion die auch glaube ich immer noch läuft mit Interesse verfolgt. Wie ist denn jetzt so dein geheimer Masterplan, was das angeht? Weil ich kann mir vorstellen, die Hostels werden immer an den Orten sein, an denen auch viele Touristen gibt, da sind dann die Infrastrukturelemente am besten ausgebaut, dass heißt du wirst immer mit so einem Strom von Backpacker Profi´s über diese Ecken drüber reisen.

A: So war es bisher und die sind überall eigentlich ja. Außer in Vietnam auf dem Land. Aber da hatte ich ja das Motorrad, da bin ich anders gereist, als bisher. Bisher reise ich ja nur mit Bus und dann wirst du halt immer an die Destination gebracht, wo die ganzen Touristen hin wollen. Klar.

D: Ja, klar sind ja auch die schönen Punkte keine Frage.

A: Nur in Australien, da habe ich von Zuhause aus diesen greyhound bus gemietet. Das ist ein Ticket über 3.000 Kilometer oder 2.500 Kilometer die ich dann zurücklege, weil ich dann da in diesem Bus fahre. Also kann ich da auch nicht so richtig raus. Ich bin jetzt einmal auf Couchsurfing.com wo man dann u.a. bei Einheimischen schlafen kann und da habe ich auch schon ein paar angeschrieben. Aber leider habe ich bis jetzt noch kein Feedback bekommen. Vielleicht wird das noch was.

D: Ich kenn jemanden, der das recht regelmäßig macht, der hat das sogar bei Geschäftsreisen gemacht. Also der hat dann zum Beispiel in Seattle auf einem Hausboot eine Couch gehabt, auf der er gepennt hat. Er ist ein richtig glühender Fan, weil die Gespräche und die Kontakte halt so bunt sind. Du triffst halt eine menge Leute die einen ganz anderen Hintergrund haben als du. Wohingegen du eine menge Leute triffst, die aus einer von vier Gründen auf Weltreise sind und aus einem von vier Gründen aus kulturellen Hintergründen stammen.

A: Also es gibt der Gruppen. 1. Gruppe ist ich habe das Abi fertig und ich gehe jetzt einmal richtig feiern, ein halbes Jahr lang, bis sie anfangen zu studieren. Gruppe 2 ist ich habe fertig studiert, ich gehe jetzt einmal richtig feiern bevor ich arbeite. Gruppe 3 die ist am kleinsten das sind die Leute wie ich die sagen: „Ich habe jetzt ein paar Jahre lang gearbeitet und jetzt habe ich keinen Bock mehr, schmeiße meinen Job hin und gehe auf Weltreise!“ Andere Gruppen sind vernachlässigbar.

D: Ich glaube Malaysia verdient noch zwei drei zusätzliche Worte. Malaysia ist im Vergleich zu Thailand glaube ich eine ganz andere Ecke der Welt oder?

A: Es ist nicht ganz so touristisch, aber im Grunde finde ich es schon ähnlich. Ich bin jetzt heute den dritten Tag hier. Ich kann noch nicht wirklich viel sagen, aber es ist schon vergleichbar finde ich. Ich bin jetzt von Penang heute weiter gefahren in die Cameron Highlands. Das ist im Landesinneren von Malaysia, da möchte ich jetzt zwei Tage lang wandern gehen. Drei Tage habe ich mir jetzt hier eingemietet in einem kleinen netten Hostel und hier kannst du Zimmer alleine haben. Lacht. Und ich werde dann eben noch zwei Tage lang wandern gehen. Ich habe einmal so nachgeschaut wie es jeder Reisende heutzutage macht, auf Tripadvisor, must see in Malaysia usw. und dann wurde mir das eben empfohlen. Cameron Highlands da habe ich mir eben gedacht ja das ist ein verlassenes Bergdorf, dass habe ich vor Augen gehabt und das ist halt eher so wie das Zillertal. Da ist eine Bettenburg neben der anderen und ich hoffe, wenn ich wandere das ich da wenigstens ein bisschen wegkomme. Da freue ich mich auch drauf. Ich habe mir auch gedacht, ob der Strand cooler ist oder das Meer oder ob die Berge cooler sind. Was findest du?

D: Ich habe eine eindeutige Meinung, aber die ist anders als die meiner Frau. Ich bin eindeutig ein Berg-Mensch. Die Landschaft ist spannender, sie ist abwechslungsreicher. Es ist verhältnismäßig leicht, verloren zugehen ohne das es eintönig wird. Das ist die Umgebung, wo ich meine Gedanken rollen lassen kann.

A: Ja, ich fand es früher am Meer auch gut, aber jetzt in Thailand war ich ja fünf Wochen lang am Meer und es sieht halt, klar hast du mal einen super Sandstrand – white beach sand irgendwo wie sie dann immer heißen und dann gibt es mal wieder einen steinigen Strand, aber im Endeffekt ist es immer am Meer. Du kannst immer nur rein gehen oder draußen liegen, dann kannst du noch bisschen was lesen und dann wird es heiß, dann musst du dich wieder mit Sonnencreme einschmieren. Was ich übrigens nicht mehr machen muss. Ich bin so braun mittlerweile, dass ich mich nicht mehr mit Sonnencreme einschmieren muss. Das ist doch total der Wahnsinn oder? Außer ich lege mich richtig knall in die Sonne, aber ich bin meistens im Schatten.

D: Sehr cool, ich persönlich bin schon immer Bergtyp gewesen. Also für mich ist dann am Meer latent zu wenig Aktivität. Das kann ich einmal zwei Tage und spätestens dann ist es mir zu öde.

A: Ja, geht mir ähnlich. Ich bin jetzt auch wieder froh, dass ich wieder in den Bergen bin, da geht es hoch und runter, Felsen..

D: Da biegst du um die Ecke und es sieht gleich anders aus.

A: Ja, vor allem das kann ich nur bestätigen ich kann da wahnsinnig gut nachdenken dabei. Ich bin dann immer so ein bisschen beschäftigt mit irgendwas ich kann mich irgendwie auf nichts konzentrieren, sondern das ist eher so im Unterbewusstsein, dass das das so leicht arbeitet gemischt mit einem bisschen Bewusstsein. Das ist so was ganz angenehmes, da passiert so etwas automatisches im Kopf, so empfinde ich das.

D: Ich bin ja schon auf verschiedenen Fernwandererwegen unterwegs gewesen und das ist da auch genau der Effekt. Wenn du fünf Tage über den Alpenkamm gehst oder den Westhighland in Schottland gehst dann bist du sieben Stunden am Tag mit gehen beschäftigt. Hin und wieder kommst du an eine Ecke und die Landschaft bläst dich weg, weil sie einfach großartig aussieht. Immer mal wieder in einem Wechsel, aber auch nicht in einem Busch so radikal, dass du dich orientieren müsstest alle drei Meter. Das hat so etwas meditatives und irgendwann bist du in einem Rhythmus drinnen und das ist genau das, was ich da suche. Verstehe ich, ich war ja auch schon einmal in Malaysia und die Cameron Highlands wollte ich eigentlich unbedingt ansteuern, genau deswegen glaube ich hast du eine gute Wahl getroffen. Lacht.

A: Hier ist es auch nicht ganz so heiß. In Thailand und Malaysia ist es ziemlich heißt, aber hier geht es ganz gut.

D: Ja, Cameron Highlands war ja praktisch mehr oder weniger der Rückzugsort der Briten, die ja in Malaysia waren. Wenn es zu heiß wurde im Rest vom Land, dann haben die in den Cameron Highlands noch den ganz leicht niedrigen Temperaturlevel genossen. Das ist ja auch glaube ich ein Teeanbaugebiet oder?

A: Ja, hier gibt es das komplette Spektrum aufgefahren. Du hast hier Rosengärten, Lavendelfelder, Schmetterling Farmen, Kaktus Farmen, es gibt hier alles. Für Touristen ist hier alles ausgebaut, dir wird hier nicht langweilig, aber das ist nichts für mich.

D: Ich glaube aber beim Wandern Teeplantagen zu sehen ist auch ein malerischer Background.

A: Ja, okay okay.

D: Ja, auch ohne das du sie gleich besichtigen gehst.

A: Ich sehen jetzt hier schon mir gegenüber die Wanderung die ich mir nachher mache. Dann werde ich morgen losziehen. Ich mache auch ein paar schöne Foto´s.

D: Ja, unbedingt und Filme. Ich schaue mir deine Filme immer sehr gerne an. Hast du denn jetzt eigentlich so was wie eine Routine, wie dein Tag typischerweise abläuft?

A: Ne, es ist gerade eher das Gegenteil eingetroffen. Am Anfang war ich extrem strukturiert, vielleicht auch von der Arbeit ein stückweit heraus und dachte mir ich muss jeder Sekunde genießen, bin jeden Morgen früh am Anfang aufgestanden um sieben oder acht Frühstück und dann los alles checken, Tripadvisor, was schaue ich mir an und nächstes Hostel buchen wieder einigermaßen früh schlafen und dann habe ich das echt die ersten zwei Monate so durchgezogen. Aber mittlerweile ist das so das ich denke: „Ach jetzt hat jemand die ganze Nacht geschnarcht, bei mir im Hostel ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, komm jetzt schlafe ich einmal bis 10.“ Dann schlendere ich einfach so ein bisschen durch die Gegend und bleibe vielleicht einmal bis nachts um drei auf, wenn ich mich mit einem Menschen den ich kennen lerne ganz gut unterhalte. Es gibt jetzt nicht das ich bis drei Uhr nachts aufbleibe und bis nächsten Tag lange schlafe. Es gibt auch mal das ich lange aufbleibe und am nächsten Tag früh gleich was mache. Auch mit dem Essen ist das so, ich esse nicht mehr morgens, mittags, abends sondern ich esse halt dann manchmal gar nichts bis drei Uhr nachmittags und dann esse ich um drei Uhr und neun Uhr abends dann. Manchmal esse ich fünf/sechs Mahlzeiten am Tag, ich höre da mehr auf meinen Körper was der sagt. Manchmal habe ich keinen Hunger und manchmal einen riesigen Hunger. Ich weiß nicht ob das auch einmal eine Routine wird, wenn man sagt man lebt so ganz nach dem Biorhythmus sage ich jetzt einmal. Ohne sich an diese Essenszeiten zu halten, sondern wie ein Tier im Urwald.

D: Ja, ich meine du hast jetzt auch die strukturierenden Elemente aus deinem Leben entfernt. Ich habe gerade als du geredet hast darüber nachgedacht und ich bin ein typischer Morgens-, mittags-, Abendesser und das ist nicht selbst gewählt sondern das ist weil, in der früh ist Schule. Das heißt wir müssen mit den Kindern aufstehen ohne etwas im Bauch kann man nicht denken, also frühstücken wir mit den Kindern, bei uns Erwachsenen es tatsächlich so wir hätten noch gar keinen Hunger, also ich könnte ein/zwei Stunden später etwas essen, aber wir essen, weil wir als Familie dann gemeinsam essen mit den Kindern mit. Dann verlassen wir das Haus. Dann hast du dir was reingezogen, bist ein paar Stunden unterwegs und dann kriegst du ein paar Stunden später wieder Hunger, schaust was die Kantine dann wieder zu essen produziert das ist dann von der Kantine halb bestimmt, wann die nächste Mahlzeit ansteht. Dann kommst du gemeinsam gesammelt nach Hause auch so in dem selben Zeitfenster, klar Familie trifft zusammen und dadurch hast du deinen dreifach Rhythmus. Klar jetzt bist du im Moment alleine unterwegs, du musst dich an niemanden richten, essen wird rund um die Uhr angeboten, also überall da wo du dich gerade befindest. Großartig. Lacht.

A: Es ist auch ein bisschen eigenartig. Ich habe mir jetzt auch vorgenommen an diesem einen Projekt zu arbeiten und das ich einfach auch.. Ja das Reisen ist schön, es ist großartig, nur irgendwann einmal verliert man den Bezug wenn man keinen Fixpunkt hat. Man hat zeitlich keinen Fixpunkt man hat räumlich keinen Fixpunkte sondern man ist immer so ein streunender Hund, der durch die Gegend läuft. Es ist was anderes.

D: Vermisst du deine Fixpunkte?

A: Ähm.. ja ich vermisse ein bisschen vertraute Leute um mich herum. Ich habe die Zeit mit dem Ralf total genossen, dass er da war und wir quatschen konnten, etwas vertrautes war. Hier sind die Kontakte eher kurz, man sieht sich nur eine Woche, aber so richtig kann man nichts aufbauen. Ich hab natürlich ganz viele Kontakte über Facebook, über Skype usw. unterhalte ich mich mit vielen Leuten. Aber es ist was anderes wenn man mit einem guten Kumpel redet, ihn sieht und sich umarmt, ein Bier trinken geht. Das vermisse ich am Meisten.

D: Mhmmm.. Ja gut dann wünsche ich dir eine gute Wanderung durch die Cameron Highlands. Es war toll mit dir geredet zu haben, as usual danke das du dir so viel Zeit genommen hast. Ich werde die Bohrmaschinen und die Holperer raus sägen, aber ganz allgemein war das ein sehr cooles Gespräch. Ich habe es genossen.

A: Ja, mach´s gut Tschüss.