Transkript Episode 11: Siem Reap

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Auf dieser Seite findest Du die Mitschrift der elften Episode unseres Podcast Projekts “Das Ferngespräch”. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Original anzuhören und durch die dazugehörigen Shownotes zu lesen in denen wir oft noch weiterführende Materialien und interessante Videos/Bildstrecken verlinken.

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Transkript Episode 11: Siem Reap

D: Ja, inzwischen ist es hier schon Routine den guten Alexander zu begrüßen, wie er aus einem Hostel direkt vor einem Router sitzend unrasiert in die Kamera lächelt. Episode 11 ist aus Kambodscha ich konnte es mir nicht merken, sag uns es doch noch einmal Alexander wo du gerade sitzt.

A: Ich bin jetzt gerade hier in Siem Reap angekommen und es ist eine große Stadt hier in Kambodscha und ich bin hier seid zwei Tagen. Auf dem Weg hierher gekommen aus Vietnam auf meinem Motorroller.

D: Und immer wieder böse Blicke auf den anderen skypenden Mann in der Stube werfen, geht aber ganz gut, wir hören ihn nur im Hintergrund ein bisschen. Du bist mit deinem Motorroller aus Vietnam gekommen. Du bist das letzte Mal als wir noch telefoniert haben ja noch fest gesessen gewesen, wie ging das denn überhaupt noch weiter deine Kreditkartenstory?

A: Meine Eltern haben mir die ja mit normalen Postversandt geschickt und die kam dann nach 12 Tagen an, also zwei Tage nachdem wir miteinander gesprochen haben. Dann bin ich auch gleich am nächsten Tag los gedüst, nach dem ich noch Freunde aus Indien getroffen, die in der Gruppe damals dabei waren. Die haben sich auch in Vietnam verirrt und dann haben wir uns noch dort getroffen, dass war sehr lustig. Das gleiche ist mir auch hier passiert. Ich habe in Kambodscha noch eine getroffen aus Nepal und heute welche auch aus Nepal. Das ist ganz lustig man trifft sich dann immer wieder die ganzen Backpacker die alle die ähnliche Südostasienroute haben. Und man ist eben über Facebook conected und wenn man dann eine Nachricht raus hat, dass man in Kambodscha ist, dann sagen die anderen: „Ach, da bin ich gerade auch, komm lass uns treffen.“ Das ist ganz witzig.

D: Jetzt im Moment gerade hast du einen Freund von dir getroffen oder?

A: Ja, genau der Ralf aus München besucht mich gerade hier, ein sehr guter Freund es ist mal wieder schön, er sitzt mir gerade gegenüber und grinst mich an. Es ist schön hier ein bekanntes und vertrautes Gesicht zu sehen und das freut mich echt.

D: Hoffentlich auch ein regelmäßiger Hörer oder?

A: Selbstverständlich. Lacht.

D: Sehr gut sehr gut, sehr löblich. Lacht. Das heißt du bist praktisch zwei Tage nachdem wir telefoniert haben, bist du auf deinen Bock gesprungen und bist durch Vietnam geritten. Ich habe ja zwei schwindelerregende Videos von dir gesehen, wo du halsbrecherisch zwischen LKW´s durch geschlängelt bist. Also wild den Verkehr getrotzt hast. Erzähl einmal wie ist das 2.000 Kilometer auf der 50 KM/h schnellen Kekssäge durch Vietnam?

A: Ja mittlerweile sind es sogar 3.000 Kilometer nach der Ha Long Bay und dann noch nach Kambodscha. Also in Vietnam sind die Straßen sehr gut, man hat bisschen mehr Freiheit was den Straßenverkehr angeht. Das heißt man kann links fahren und rechts fahren, man kann gut überholen. Die haben rechts eine Standstreifen immer und da fahren die Motorräder immer und so können sie recht die Auto´s überholen oder links wie man will. Ich genieße die Freiheiten, einfach mit weniger Regeln zurecht zu kommen. Das Fahrgefühl ist ganz anders, es kann alles passieren auf den Straßen und deshalb muss man sehr konzentriert fahren. Aber alle fahren konzentriert, weil jeder weiß es kann was passieren. Es kann jeder Zeit von vorne, von links, von rechts, von hinten jemand kommen, von dem her ist es ein anderes Fahren, aber es macht wahnsinnig spaß. Das war wirklich eine unglaubliche Erfahrung, eine der schönsten bisher. Wenn ich vor allem zu den ländlichen Gegenden gekommen bin, neben den großen Städten zu denen wir nachher noch mal kommen, war ich an den untypischen touristischen Plätze und musste dort dann auch anhalten manchmal übernachten und das Essen bestellen ist einfach schwierig, die sprechen dort nämlich gar kein Englisch. Das heißt man zeigt immer auf irgendein Essen drauf und das sind dann zum Teil ganz kuriose Missverständnisse. Einmal zum Beispiel wollte ich Milch in meinen Kaffee haben und habe dann so getan als würde ich eine Kuh in der Luft melken und das hat sie nicht so ganz kapiert und dann habe ich eine Kuh aufgemalt und habe dann eben einen Pfeil auf die Zitzen gemacht, offensichtlich hat meine Kuh wie ein Bulle ausgesehen und dann habe ich ein „Red Bull“ bekommen.

D: Lacht.

A: Lacht. Das ist eben sehr doof, wenn das dann eben passiert. Oder einmal war ich dann eben auch total im Land und dann wollte eine Mutter mich mit ihrer Tochter mehr oder weniger verheiraten und hat meine Hand genommen und ihre Hand genommen und zusammen getan. Also kuriose Sachen die einem da passieren. Die sehen einen an, fassen einen an, kichern dann reden irgendwas auf vietnamesisch, dass ist irre wirklich irre. Aber eine großartige Erfahrung. Oder auch die Hotels, die Hotels sind da nicht normale Hotels, sondern man kommt da rein in ein Haus und dann ist da einfach, da wird das Haus über das Schlafzimmer mehr oder weniger, die schlafen dann meistens im Foyer also auch um Nachts ein bisschen wache zu halten mehr oder weniger dann denkt man sich wirklich immer ist man hier richtig in einem Hotel oder in einem Hostel, aber das gibt es ja nicht so auf dem Land. Aber es hat alles funktioniert, aber ich hatte ja auch keine wirklich großen Zwischenfälle.

D: Dein Roller hat auch durchgehalten?

A: Ja, ich habe glaube ich sechs Pannen gehabt. Zweimal ist mir der Reifen geplatzt, zweimal habe ich das Radlager ausgetauscht vorne und hinten, Schutzblech wurde zweimal erneuert. Der Starter macht gerade so ganz komische Geräusche auch der Stoßdämpfer vorne ist nicht mehr ganz so gut. Der Tacho ist nach 50 KM schon ausgefallen. Also ziemlich viele Zwischenfälle, aber alle 500 Meter ist eine Werkstatt und dann bringt man das Ding da hin und die sprechen zwar auch kein Englisch, aber man zeigt auf den Fehler oder das Geräusch vom Motor zeigt das, genau einmal hat er noch den Motor zerlegt. Vielleicht fährt auch deshalb der Roller jetzt so schnell, weil vielleicht ein bisschen rasiert wurde glaube ich. Aber die können das alle reparieren lassen. Das ist ein gängiges Modell, die es dort überall gibt.

D: Okay, dann ist es wahrscheinlich auch einigermaßen bezahlbar?

A: Ja, ich habe 240 Doller bezahlt und für die Reparaturen wenn es am Motor ist 10 Doller und wenn es was anderes ist meistens 5 Doller, dass sind so die Preise. Einmal volltanken 3 Doller oder so

D: Weißt du jetzt schon wie es in der Landessprache heißt: „einmal volltanken bitte“ oder machst du immer noch deine Bewegung Richtung Tank?

A: Also ich konnte es in Vietnam, aber ich habe es schon wieder vergessen, ich bin ja jetzt in Kambodscha und da weiß ich aber was „Hallo“ heiß, Hallo heißt: „suor sdei“ Danke heißt: „ar khun“ und auf wiedersehen heißt: „Llea sen hay“. Lacht. Also bisschen was kann ich dann schon.

D: Wie war dann deine Route, also wie bist du gefahren von Há Nói aus?

A: Hier gibt es eigentlich zwei Hauptstraßen von Norden nach Süden. Also Vietnam ist sehr schmal und lang in der Nord-Süd Ausrichtung und es gibt das zwei Straßen einmal den Ho Chi Minh Pfad im Landesinneren und an der Küste gibt es noch eine Straße und die sind wirklich sehr gut präpariert. Ab und zu ist einmal ein Schlagloch aber im Großteil wirklich überhaupt kein Problem.

D: Ja, sah ja auch auf den Video´s sehr ordentlich aus, es waren gute Straßen.

A: Die erste Etappe, da war ich sehr frustriert, weil ich hab dann nicht wirklich die Wege gefunden und dann habe ich nur 150 Km geschafft in der ersten Etappe geschafft , also fast an einem ganzen Tag das dann nur zwischen Staub und Steinen entlang ging, aber dann habe ich die zwei richtigen Straßen gefunden und bin dann am Tag zwischen 200 und 400 Km gefahren. Bin dann jeden Tag dann auf dem Motorrad gesessen zwischen 4 und 11 Stunden. Also richtig lange Touren, aber mit kam das nicht wir Arbeit vor oder so vor, dass ich blöd Zeit vertrödle auf dem Motorrad sondern es war wunderschön. Die ländliche Gegend zu sehen, die Häuser dort, dass Leben einfach unberührt. Das war echt eine Hammer Erfahrung, dass könnte ich echt jedem empfehlen.

D: Erzähl mal, was sieht man denn da, diese unberührte Gegend, die Häuser, dass ländliche Leben.

A: Also die Häuser, der Städtebau ist ganz anders in Vietnam. Ich bin ja Architekt und in Deutschland ist das so, man versucht die Städte als einzelne Punkte zu definieren und man kann jetzt nicht ein Wohnhaus oder eine Fabrik ins Grüne bauen, sondern da gibt es strikte Regeln und in Vietnam ist es so, dass es zwar auch Städte gibt aber großteils entlang der Straßen sind die Häuser aufgereiht wie eine Perlenkette. Schwierig zu beschreiben, hier in Kambodscha zum Beispiel sind die Häuser wegen der Regenfälle auf Pfählen gebaut. Das heißt unten drunter ist mehr oder weniger frei und dann steigt man ein paar Treppen hoch und dann ist man in der Wohnung. Das ist wahrscheinlich dann ein Raum oder zwei Räume, alles sehr einfach zum Teil mit Blättern ich weiß nicht mit was für welchen Blättern ob das Schilf ist, sehr ländlich und sehr einfach. Es ist sehr schön wie diese Huckleberry Finn Häuser, so Baumhäuser ich finde es wahnsinnig romantisch. Ich habe auch ein paar Fotos auf „life-is-a-journey.org“ gestellt, kannst du da mal anschauen.
D: Du hast dann einfach irgendwo unterwegs stopp gemacht, wo du übernachten wolltest oder gab es schon Anhaltspunkte wo es sinnvoller ist nach einem Bett zu fahnden? Wenn es zum Beispiel so durchgehende Straßendörfer sind?

A: Ich habe natürlich ein paar Städte gehabt wo ich mich mit anderen Backpackern unterhalten habe, die solch eine Tour schon gemacht haben. Es gibt auch andere Bekloppte die sich einen Motorroller ausgeliehen haben und so was gemacht haben oder ähnlich und dann kriegt man sehr schnell mit welche Städte dann cool sind und wo man unbedingt hin sollte. Also meine erste große Station war dann eben Hoi An. Hoi An steht unter Weltkulturerbe und ist eine wahnsinnig schöne Altstadt es geht eben ein Fluss durch und eben wahnsinnig schöne Häuser, tolle Atmosphäre, Straßenspiele spielen sie dort. Musik mit Lautsprechen, also überall hängen Lautsprecher und dann wir ein langsamer Walzer gespielt, eigentlich würde ich über all auf der Welt Musik spielen auf den Straßen. Also wenn ich Kanzler wäre würde ich das als erstes anordnen.

D: Mich würde das wahnsinnig machen. Ich bin einmal durch New Orleans gelaufen und da hängt zu mindestens in den Teilen in denen ein Touri durch kommen könnte überall hängen da Lautsprechen und die spielen Jazz oder irgendwelche Jazz Musik halt. Glaub mi irgendwann willst du – Lacht – Eine Fensterscheibe einschlagen nur damit du ein natürliches zerstörerisches Geräusch zu hören. Also ich würde dann das Land wechseln, wenn du Bundeskanzler wirst. Lacht.

A: Lacht.

D: Okay, also die Stadt selbst ist Weltkulturerbe?

A: Ja, die Innenstadt. Die kleinen Häuschen, sehr touristisch die haben auch einen Strand noch da, es gehen viele hin um sich einen Anzug schneidern zu lassen, dass ist die Stadt der Schneider und ich habe mir auch einen machen lassen, zu meinen Geburtstag ich hatte ja in Hoi An meine Geburtstag gefeiert. Alleine mehr oder weniger. Ja das war so das erste Mal, dass ich meinen Geburtstag alleine ohne Freunde gefeiert habe, dass war schon ein bisschen anders. Ich habe zwar dort Leute kennen gelernt und saß mit Leuten am Tisch und zwei Minuten vor 12 habe ich dann gesagt: „übrigens ich habe in zwei Minuten Geburtstag“ – lacht – ja das ist schon ein bisschen komisch, wenn es nicht so gefeiert wir, aber was auch okay ich habe mich ja belohnt mit einem eigenen Anzug den ich mir hab schneidern lassen habe.

D: Den du jetzt in deinem Rucksack rumträgst oder wie?

A: Ne ne, ich hab ihn nach Hause schicken lassen zu meinen Eltern.

D: Ach so ich dachte wir sehen jetzt regelmäßig an den Stationen dieser Welt, Alexander im Anzug. Lacht.

A: Das ist total super so ein maßgeschneiderter Anzug machen zu lassen. Also die nehmen dann erst mal 50 Maße und ich ich musste dann drei mal hin gehen und dann haben die den drei mal angepasst. Also Schulter, am Rücken, dass wirklich alles sitzt. Ich darf jetzt kein Gramm zunehmen der sitzt wirklich wie angegossen, dass ist total super. Ab und zu mach ich Anzüge eben.

D: Sehr gut, wie viel kostet denn so ein Anzug da?

A: Also ich habe einen Anzug mit zwei Hosen, einer Weste, einem Hemd, einer Krawatte, zwei Einstecktücher und ich habe 300 Doller dafür bezahlt. Das hängt aber auch davon ab, du kannst es dir auch mit einem günstigeren Stoff machen lassen. Der Stoff spielt da eine große Rolle. Es fängt bei 120€ an bis 500€ oder so.

D: Gut, Hoi An ging es dann weiter nach?

A: Nach Nah Trang, dass sind immer so die großen Städte ich habe auch eine Zwischenstop gemacht zwischen Hoi An und Nah Trang in so einer kleineren Stadt und das war auch wirklich kurios. Ich habe dann ein Café mit Internet gefunden und habe dann auf booking.com oder hrs und was es so für Seiten kennt und dann sucht man die Stadt und dann sieht man das es gar kein Hotel gibt. Man fragt sich dann so durch mit den Taxifahrern ob die ein Hotel wissen und irgendwie klappen tut es dann immer. Dann kam eben Nah Trang, Nah Trang ist ein bisschen größer, sehr touristisch, haben einen wunderschönen Strand, also die Strände in Vietnam sind auch wunderschön. Ich bin ja zum Teil auf diesem Ho Chi Minh Pfad gefahren und zum Teil an der Küsten entlang gefahren. Die Küste musst du dir so vorstellen: überall wunderschöner Sandstrand und so gut wie keine Hotels dort und das ist echt der Wahnsinn. Du kannst da überall anhalten und in Meer springen an einem herrlichen Sandstrand. Das ist großartig. Ich glaube Vietnam kommt auch, was den Tourismus angeht, da holen die noch richtig nach, wenn die sich noch bisschen mehr öffnen, im Service noch ein bisschen mehr dazu lernen und das dann funktioniert, dann wird das glaube ich ein zweites Thailand. Dort war ich dann eben in einem Hostel ohne bed buggs, die habe ich hinter mir gelassen, da bin ich auch sehr vor. Das war dann eben an einem Strand, ich bin jetzt nicht so der „Strandlieger“, das war der zweite Tag den dem ich am Strand war. Ja die ganzen Backpacker die dann ihre Trinkspiele spielen. Sagt die Bier Pong was?

D: Ne, Bier Pong sagt mir nichts, aber ich bin gespannt du kannst dich zu mindestens noch dran erinnern wie man es spielt, dass ist schon einmal ein gutes Zeichen.

A: Ja ne ich habe das natürlich nicht gespielt, ich habe nur zu geschaut ich bin ja ganz anständig. Auf jeden Fall, dass funktioniert so: auf einem Tisch sind auf beiden Seiten in einem Dreieck, ähnlich wie auf einem Billardtisch, neun Papp- oder Plastikbecher aufgestellt mit ein bisschen Bier drinnen, ca. einen Drittel mit Bier gefüllt und jeder hat praktisch sein eigenes Feld und dann gibt es einen Tischtennisball dazu. Man muss dann auf verschiedene Art und Weise bei dem Gegner in den Plastikbecher rein zu treffen. Wenn er reinging muss der andere den Plastikbecher trinken und es gibt dann verschiedene Regeln, dass man direkt wirft oder einmal auf die Platte aufkommen lässt und dann rein. Ja und das spielen die alle dieses Bier Pong und da gibt es sogar professionellen Bier Pong Club. Das heißt das waren professionelle Tische wo dann schon aufgezeichnet war, wo man die Plastikbecher aufstellen muss usw. und es gab in dieser Bar nichts anderes als diese Bier Pongtische. Das einzige nur um Bier Pong zu spielen, es gab auch keine Cocktails sondern nur Bier und dieses Bier Pong, dass war absolut kurios.

D: Ich glaube ich kenne es sogar, aber ich kenne es aus Sims. Und zwar gibt es bei Sims irgendeine Erweiterung und da spielen die das mit Saft. Also Sims dieses Computerspiel. Das Spiel wo du das Leben von virtuelle Figuren kontrollierst.

A: Ja das ist irre, absolut irre.

D: Und du hast nur zugesehen? In dem Lokal wo es nur Bier und Bier Pong gibt und du musstest verdursten, weil du nur zugesehen hast?
A: Ja. Und dann gibt es noch ein anderes Spiel, dass größte Trinkspiel auf der Welt, dass heißt „Kings“, dass ist auch total irre. Und zwar ist in der Mitte ein großes Glas, also 0,4 Glas und außen herum wird ein Kartenspiel gelegt im Kreis und man muss immer eine Karte ziehen und wenn man eben einen König zieht, dann muss derjenige der den König zieht muss trinken und definitiv eine große Menge und bisschen von seinem Getränk in die Mitte in den Kings Cup rein füllen. Der 4. König, der den König zieht muss dann diesen Cup trinken, gemischt mit allem was jeder da trinkt. Wenn jemand Wodka trinkt,dann kommt da Wodka rein oder Rotwein, Bier oder sonstiges der Letzte muss das trinken.

D: Ohhh das klingt nach Kopfschmerzen.

A: Ja. Und wenn man andere Karten zieht dann gibt es verschiedene Dinge die man tun muss, also zum Beispiel irgendeine Regel erfinden, zusammen reimen oder eine Fragestunde usw. Das ist sehr witzig zum zuschauen.

D: Hast du natürlich auch noch nicht mitgespielt?

A: Ne.

D: Komm, erzähl uns einmal von einen Saufspiel bei dem du mitgemacht hast, ist ja langweilig bisher.

A: Ja, einmal musste ich das natürlich machen. Ich hab das schon in Südafrika habe ich das mal probiert, aber mir ist dann so schlecht geworden, weil der Ball einmal auf den Boden gefallen ist. Es gibt dann ein Wasserglas wo man den Tischtennisball reinigen kann, aber trotzdem war dann da trotzdem was drinnen und mir ist total übel geworden. Es lag wirklich nicht am Alkohol, wirklich nicht.

D: Ich werde einmal schauen,ob es davon ein you tube Video´s gibt, damit die Hörer und Leser einmal einen Blick darauf werfen können wie sich das spielt, falls sie es nachstellen wollen.

A: Ja Bier Pong und Kings Cup ist das größte Trinkspiel weltweit, überall spielen die das. In allen Ländern in denen ich bisher war.

D: Das heißt, dass gehört zu einer Grundausbildung einen Backpackers? Jetzt von Nah Trang ging es nach Mui Ne. Sehr schöne Namen haben die da.

A: Ja hört sich ein wenig an wie Munic dieses Mui Ne. Ich habe auch schon sehr viele Leute in Vietnam und Kambodscha mit FC Bayern T-Shirts hat mich immer sehr gefreut, mit so Trikots. Ja, Mui Ne, in Mui Ne hatte ich eine Sturz mit meinem Motorrad, mit meinem Motorbike, allerdings nur ganz langsam in Schrittgeschwindigkeit. In Mui Ne gibt es wie so eine Wüste, dass ist eine Sanddüne, es gibt zwei Sanddünen einmal mit rotem und einmal mit weißem Sand und das ist wie wenn du in der Wüste bist. Da gibt es nichts weit und breit nur weiße Wüste, ich war noch nie in der Wüste aber das Erlebnis hatte ich jetzt schon einmal, da kann man sich dann einen Trike ausleihen und ein bisschen rum heizen oder mit so einer Art Isomatte den Berg runterrutschen oder so, dass war eine tolle Sache. Ich bin auf dem Sand mit einem Motorroller sehr langsam also Schrittgeschwindigkeit gefahren, aber der hinter mir ist dann einfach, also du sinkst in dem Sand ein und das war wahrscheinlich echt sehr witzig mit anzusehen wie ich fast im Stand umfalle, der hinter mir ist mir dann drauf gefahren es ist aber nichts passiert. Der Motorroller hat ein paar Schrammen abbekommen, aber alles sonst gut soweit.
D: Hattet er denn inzwischen einen Namen dein Motorroller?

A: Ja, Yakari.

D: Yakari?

A: Ja, da gibt es eine Zeichentrickserie. Das war ein Vorschlag aus Facebook aus der Welt des Internets.

D: Okay, gibt es eine Begründung dafür warum er so heißen soll wie die Zeichentrickserie?

A: Nö, ich habe gedacht das hat sich einfach gut angehört. Meine nächste Station war dann Saigon Ho-Chi-Minh City, also das ist eine Wahnsinns Stadt, sehr entwickelt fast wie eine europäische Stadt, es gibt da auch Hochhäuser also wirklich sehr weit entwickelt. Der Verkehr dort ist der Wahnsinn, es ist der Wahnsinn. Also mir hat es so Spaß gemacht dort im Verkehr zu fahren. Es ist wie als wenn du in einem Fischschwarm fährst, du schwimmst da einfach mit. Ich hatte das so eine Freude dran gehabt ich habe dann die Frau im Hostel gefragt, die Chefin dort: „Wann denn die Hauptverkehrszeit wäre“ und habe dann gesagt: „Okay zur Hauptverkehrszeit muss ich raus auf die Straßen“, dass ist wir Gokart fahren, einfach grandios da mitzufahren. Es gibt aber auch ganz viele Taschendiebe, also ich habe es einmal miterlebt. Ich habe da Leute kennen gelernt und bin mit ihnen dort essen gegangen und dann kam eine sehr hübsche Vietnamesinnen auf mich und auf den anderen zugestürmt und hat so gespielt als wenn sie betrunken wären und eine hat sich dann an dem anderen da festgehalten und schwups die wups war die dann in seinen Taschen und hat seinen Geldbeutel schon gehabt und wollte fast los rennen, aber er hat sie dann festgehalten und hat dann seinen Geldbeutel wieder zurück bekommen, aber das sind dann wirklich so advance tricks. Aber was auch noch lustig ist, in diesen öffentlichen Parks machen die Gymnastik alle zusammen. Vorne steht dann ein Vorturner und hinten sind dann ca. 50 Leute die alles nachmachen, irre.

D: Hast du auch mitgemacht?

A: Ja, ich wollte eigentlich mitmachen, aber ich habe leider meine Videokamera nicht dabei gehabt.

D: Ich glaube du hättest auch so mitmachen können ohne es zu filmen. Lacht.

A: Ja, ich habe auch ein bisschen mitgemacht, aber die anderen wollten dann gehen.

D: Apropos Übungen wie geht es denn jetzt so den Liegestützen, sit ups, Klimmzügen und was nicht alles du auch immer machst.

A: Frag nicht nach, seit meinem Geburtstag habe ich nichts mehr gemacht, hier ist es zu heiß, wie viel Grad hat es hier momentan Ralf? 37, 35, 32? Ja so 35 Grad in Vietnam auch, es ist viel zu heiß hier ich kann mich nicht bewegen. Du siehst es vielleicht hier bei Skype auch ich schwitze hier, hier ist es mega heiß. Der Antrieb hat ein bisschen nachgelassen und außerdem habe ich jetzt eine Maßanzug und wenn ich jetzt mehr Schulterbreite kriege, dann passt er ja nicht mehr.

D: Ja, aber wenn du Bauch dazugewinnst, dann passt er auch nicht mehr. Lacht.

A: Lacht.

D: Es kommt viel cool, wenn der Anzug bei der ersten Anprobe Zuhause an den Schultern und an den Bizeps reist, als wenn er vorne an dem Bauch reist. Lacht.

A: Lacht. Okay.

D: Ich habe mich halt gefragt, bei wie viel Liegestütze du dann ankommst, wenn du es durchhältst bis zum Schluss, aber wird dann wohl doch nichts.

A: Ja, am ersten Tag habe ich mit 20 Liegestütze angefangen und jetzt hab ich ja 20 Tage Pause gemacht das heißt, wenn ich jetzt wieder da anfange wo ich aufgehört habe bin ich eigentlich genau im Timing, vielleicht sollte ich doch wieder anfangen. Ich berichte dann wieder.

D: Aber durch ein Meditationsbuch bist du schon langsam mal durch oder?

A: Das bin ich durch ja, dass bin ich durch.

D: Also Saigon – Taschendiebe um mal wieder den Bogen zu machen. Gibt es in Saigon sonst noch was, es ist ja eigentlich einer der eher bekannteren Städte da, dass ist jetzt die erste Stadt auf der Liste deiner Stadtionen die mir namentlich direkt was sagt.

A: Es ist eine große Stadt. Es gibt auch einen Präsidentenpalast, es gibt viele Museen, ich bin einmal hochgefahren, auf den bekanntesten Wolkenkratze, der einer Lotusblüte nach empfunden ist. Ich bin dann generell auf die Aufsichtsplattform hab mir alles angeschaut, es gibt eine Oper dort die ganz schön ist. Aber es ist jetzt nicht eine Stadt die heraussticht, wie jetzt zum Beispiel Kapstadt oder so.

D: Wie lange warst du in Saigon?

A: Nur zwei Tage. Ich musste ja sehr lange warten wegen der Kreditkarten, ich war dann sehr in Hetze, dass ich es wirklich rechtzeitig schaffe hier in Siem Reap anzukommen, wo ich mich mit dem Ralf getroffen haben, weil der auch gebucht hat und dann durfte ich das nicht verpassen. Ich war ein Tag zu früh da, aber das war wirklich noch der Puffer. Ich bin dann direkt nach Phnom Penh gefahren, über die Grenze und man hört ja von verschiedenen Seiten immer Geschichten von Backpackern: „Ja, dass geht nicht da hast du überhaupt keine Chance“ und der andere sagt dann: „Ja, war überhaupt kein Problem, ich bin einfach rüber gefahren“ von dem her war ich ein bisschen ängstlich ob das wirklich klappt oder nicht und ob ich dann irgendwo anhalten muss. Aber ich glaube ich habe einen Trick gemacht, der mir das so ein bisschen erleichtert hat. Und zwar an der Grenze, man muss ein Deklarationsformular ausfüllen und da gibt es eine Spalte wo man entweder seine Flugnummer oder sein Kennzeichen eintragen muss und ich habe mir jetzt gedacht, dass wenn ich mein Kennzeichen eintrage, dann wissen die das ich ein Motorrad habe und dann schauen sie vielleicht da drauf, deshalb habe ich das einfach nicht ausgefüllt und habe es dann ohne die Spalte auszufüllen abgegeben und dann haben die gar nichts beanstandet und haben mich rüber gelassen.

D: Irgendwann morgen oder so wirst du dann von der Kambodschanischen Sonderpolizei auf der offenen Straße niedergestreckt und zum Verhör weggeschleppt.

A: Ne, aber jetzt mal ohne Spaß. Wir hatten das heute schon. Eine Freundin vom Ralf, die ist auch über die Grenze hier gefahren von Kambodscha nach Thailand, war das Thailand oder? Ja, mit dem Bus und vor der Grenze hat der Busfahrer gesagt, ich gebe euch jetzt ein Päckchen und das nehmt ihr jetzt mal bitte mit über die Grenze und keiner wusste was in diesem Päckchen drinnen ist. Die Freundin vom Ralf hat das natürlich nicht gemacht aber das war ein riesiger Aufstand und das war echt nicht so ganz koscher. Vermute ich einmal, kann ja auch sein das nur eine Mittagsbrotzeit war, aber man weiß es nicht.

D: Aber stimmt natürlich gell, in der Ecke wird ja auch so einiges angebaut.

A: Ja, es wird hier einem auch an jeder Ecke angeboten, dass ist wirklich Wahnsinn. Jede mögliche Art von Drogen, Frauen alles Lady Boy´s alles was irgendwelche Leute kaufen wollen was sie in Deutschland nicht bekommen, dass bekommen sie hier.

D: Okay wie unterscheidet sich denn Kambodscha von Vietnam, jetzt vom Gefühl her? Du hast ja eben geschwärmt von deiner Fährt, dem Anblick der Städte und das Landleben und bist jetzt in Richtung Kambodscha auf den selben Straßen unterwegs gewesen, gibt es einen Kontrast oder ist es analog?

A: Ja, die Straßen sind wesentlich schlechter. Ich bin jetzt von Phnom Penh nach Siem Reap zur nächsten Station gefahren und dann bin ich erst einmal 110 Km Baustelle gefahren, also es war einfach nur Schotterpiste. Rote Erde, die haben dort rote Erde und es ist einfach ein riesiger Dreck, es Staubt, sehr viele Schlaglöcher, man muss hier viel aufmerksamer fahren. Auf dem Lang ich vermute aufgrund der Regenzeit, sind die Häuser auf Ständern und wesentlich ärmlicher als in Vietnam. Das liegt auch vermutlich auch an den roten Khmer die eine Zeit lang geherrscht haben ich weiß nicht ob dir das ein Begriff ist?

D: Ja, erzähl es ruhig einmal, nur weil mir es ein Begriff ist.

A: Ja, die roten Khmer war eine politische Kraft, die da am Werk war ich glaub 1975 sind die an die Macht gekommen der jüdische Führer hieß Pol Pot und er wollte einen richtigen kommunistischen Staat einen richtigen Bauernstaat. Wenn er die Alleinherrschaft wollte und eben Angst er war sehr panisch, dass es irgendwelche Aufstände geben könnte und deshalb hat er alle, die gegen seine Meinung waren oder die irgendeine Revolution einleiten wollten hat er alle umbringen lassen. Über 25% der Bevölkerung 3 Millionen von 8 Millionen damals innerhalb von 4 Montanen. Es wurde hier jeder umgebracht der keine Hornhäute hatte, also der irgendeine Arbeit gemacht hat eine Bürotätigkeit, der hat alle Schulen geschlossen, er hat Kirchen geschlossen er hat eine komplett Kultur zerstört und ich war da ganz bewegt. Eine ganz bewegte Situation war in Phnom Penh war das, dass war ähnlich wie die Konzentrationslager in Deutschland damals gibt es hier die sogenannten killing fields. Da wurden die Leute hingebracht ungefähr 300 Personen am Tag, eingesperrt und umgebracht. Wenn die Kugeln der Gewehre zu teuer waren, dann hat man sie für die Expedition mit Feldarbeitsgeräten mit Hacken, mit Bambusstöcken, mit Metallstangen nieder geknüppelt und weil sie dann eben oftmals nicht ganz tot waren hat man dann eine Chemikalie drüber gegeben TBT oder irgendsoeine Abkürzung aus drei Buchstaben, damit die eben endgültig sterben. Es war ein wahnsinnig guter Audioguide, der uns dadurch geführt hat mit diesen bewegenden Geschichten, ich war den Tränen nahe. Es gab dann auch einen Baum den haben sie „killing tree“ genannt und dort wurden Kinder begraben. Die Soldaten haben Kleinkinder an den Füßen genommen und mit dem Kopf gegen den Baum geschleudert, damit praktisch der Kopf dann zerbricht. Das musst du dir erst mal vorstellen, zu was Menschen auf dieser Welt fähig sind und das ist gerade einmal 35 oder 36 Jahre her. Also mir ist da echt anders geworden, dass ist unglaublich. Darunter leiden die natürlich heute noch. 60% der Bevölkerung kann nicht lesen. Denn weil die ganzen Gelehrten damals um die Ecke gebracht wurden und die müssen jetzt alles neu aufholen. Also das hat mich wahnsinnig berührt.

D: Was kriegt man sonst so vom politischen Alltag von Kambodscha jetzt mit?

A: Eigentlich nicht viel. Ich habe mit einem gesprochen, der meint die jetzige Regierung viele gute Ideen hätte und das sie das Land wieder nach vorne bringen wollen. Aber mehr weiß ich auch nicht. Was sehr beeindrucken ist, dass ich so den Eindruck hab das sich die Kambodschaner mit dieser Situation, wenn gleich sie sehr schrecklich war die Vergangenheit, irgendwie damit abgeschlossen haben uns sagen: „Okay, dass ist ein sehr düsteres Kapitel, aber lass uns nach vorne schauen, natürlich müssen die Gegner, die heute noch leben zur Verantwortung gezogen werden, aber lass uns keinen Hass haben.“ Das finde ich eine ganz starke Einstellung die ich so am Rande so weit es mir möglich ist gefühlt so mitbekomme. Auch sehr interessant ist, du kannst hier in der lokalen Währung zahlen die heißt Riel und aber die meisten zahlen hier auch mit Doller und du bekommst auch beides zurück. Also es ist mega verwirrend, 4.000 Riel sind 1 Dollar und dann bekommst du immer eine Mischung aus Riel und Dollar zurück. Die hauen dich hier häufig über das Ohr, aber manchmal glaube ich ihnen das einfach und zähle nicht nach.

D: Ja, es ist eh viel entspannter wenn man es einfach glaubt. Brauchst du nicht ständig prüfen ob es wirklich so ist wie es ist. Dann bist du praktisch gestern Siem Reap angekommen oder?

A: Ja, genau richtig ja. Gestern haben wir dann noch Leute getroffen die ich aus Nepal kenne aus dem Kloster mit denen waren wir dann abends ein bisschen weg, war ganz nett und heute haben wir uns ein wenig erholt, lange geschlafen, waren frühstücken und freue mich sehr, dass der Ralf auch da ist, dass wir einfach mal wieder quatschen können was in München so los ist und morgen machen wir dann dieses Angkor Wat. Angkor wat ist ja diese riesige Tempelanlage. Haben wir uns eine kleine Tour gebucht wo sie uns dann an vier verschiedene Tempel hinfahren. Und es gibt ein Problem, ein nächstes riesiges Problem, ähnlich wie die Kreditkarte. Und zwar habe ich Yakari hier und Yakari darf wie man mir sagte nicht nach Thailand. Weil die Thailänder und die Kambodschaner sich gar nicht mögen. An der Grenze ist dann Schluss von hier oder Vietnam. Deshalb muss ich jetzt das Ding los werden, morgen muss ich ihn verkaufen, weil übermorgen gehen wir früh zum Bus, weil wir mit dem Bus nach Thailand weiter fahren. Wir haben heute schon verzweifelt versucht dieses Motorrad zu verkaufen. Ich weiß nicht kennst du meine Visitenkarte, die ich da mal gemacht habe?

D: Ich habe sie glaube ich kürzlich auf Facebook gesehen kann das sein?

A: Ja, genau ich möchte ja ein bisschen Couchsurfing machen und so ein bisschen Visitenkarten wo ich die Leute dann einfach frage ob ich vielleicht mit ihnen meine Erfahrungen die ich so hatte teilen darf und ob sie vielleicht einen Platz zum Schlafen haben, dass war eigentlich für Australien und die USA gedacht, weil es da sehr teuer ist. Ich habe sie auch schon in München verteilt beim Abflug und immer mal wieder an Leute und jeder lacht sich kaputt, dass ich diese Karten habe. Heute sind wir dann eben durch die ganze gefahren mit dem Motorrad und haben an jedem Café angehalten. Ich habe jedes Mal den selben Text los gelassen ob sie mir mein Motorrad abkaufen, weil ich weiß ich will es irgendwie los werden. Jetzt habe ich jedem die Karte verteilt ich habe heute sicher 500 Leute angequatscht und 500 Karten verteilt. Leider habe ich noch keine Antwort bekommen. Jetzt versuche ich es noch über eine Expat Portal, über Facebook da gibt es angeblich auch so was. Ich muss das Ding morgen verkaufen und morgen haben wir die Angkor Tour noch also vielleicht lass ich Yakari hier irgendwo in einem Busch zurück und es ist jetzt echt ein bisschen blöd, weil ich hab auch 240 Dollar dafür bezahlt, dass war es wert auch wenn ich jetzt nichts mehr dafür bekommen sollte aber es wäre halt doch schade, wenn ich auf dem Geld sitzen bleiben würde.

D: Es wird zu spät sein für einen Aufruf, weil ich werden diesen Podcast nicht bis morgen veröffentlicht haben. Ich weiß nicht wahrscheinlich bist du nicht vertrauenswürdig. Die werden alle den weißen komischen Typen sehen der auf sie zu rennt und ihnen ein Motorrad ohne Papiere verkaufen will.

A: Ich habe einen Fahrzeugschein, einen vietnamesischen allerdings. Mit einem vietnamesischen Nummernschild. Das Problem ist eben auch, dass wenn man jetzt dieses Motorrad hier zulassen möchte muss man noch Steuern nachbezahlen. Angeblich 600 Doller und das ist natürlich ein k.o. Kriterium. An die Lokals brauche ich es gar nicht probieren, die sehen das Nummernschild und sagen: „Ich bin doch nicht beklopft das kaufe ich dir nie im Leben ab.“ Ich bin einfach auf der Suche nach einem blauäugigen Backpacker.

D: Der andersherum fahren möchte. Da wird ein Backpacker vom Backpacker über den Tisch gezogen oder was ist das die Idee?

A: Ja, so ungefähr. Lacht. Ne ne ich mache einen fairen Preis, ich versuche in etwa das zu bekommen, was ich gezahlt habe.

D: was ja mit 3.000 KM mehr auf der Uhr ein nicht ganz fairer Preis ist, dass ist ja eher diese Gebrauchtwaren Fairness.

A: Na ja insgesamt sind es 45.000 KM drauf oder waren drauf und jetzt sind 47.000 KM drauf. Der fährt jetzt sicher noch 100.000 KM. Außerdem habe ich so viel reingesteckt und viele Reparaturen gehabt.

D: Das sind ja mindestens 50 Doller Reparaturen. 15 davon am Motorblock. Ja, dann lass Yakari frei.

A: Ja ja.

D: Ihr habt ja dann praktisch morgen nur einen Tag für Angkor Wat oder wie?

A: Ja, es ist zu kurz, aber man kann nicht alles haben.

D: Ich mein es gibt in Thailand noch ein paar Wat´s. Dieses Wat hinten steht ja für die Tempelanlagen ganz generell und die gibt es ja in der ganzen Region wie Sand am Meer. Ich weiß, als ich in Thailand war, da war dann irgendwann der Punkt erreicht, dass ich keine Wat´s mehr sehen konnte. Weil die sind auch immer sehr ähnlich aufgebaut. Das nächste Wat, welches ich mir anschaue ist Angkor Wat und das wird das letzte Wat sein was ich besichtige. Dann bin ich mal sehr gespannt, was du davon berichtest. Manche sagen ja, dass war die erste Großstadt der Welt gewesen wenn man so möchte und der Trick war ja das die es geschafft haben in einer Region in der du das Wasser nicht kontrollieren kannst, dass Wasser zu kontrollieren. Obwohl ja Regenzeit regelmäßig auftritt ist ja so das danach immer Trockenzeiten sind und das in der ganzen Region früher Phasen von Überfluss gefolgt von Trockenheit gab. Die Khmer haben es einfach geschafft solche Anlagen zu bauen, die das konservieren konnten. Es gibt dort ja riesig große Wasseranlagen.

A: Ich war vor zwei Jahren schon einmal dort. Ich habe ein Teil davon schon einmal gesehen und ich war beeindruckt, absolut beeindruckt eine wunderschöne Anlage. Ich möchte aber das dieses Mal die Eindrücke frischer sind und ich werde dieses Mal auch mehr anschauen und auch einmal andere Tempel ansehen. Das nächste Mal werde ich dann über Angkor Wat berichten. Dann fahren wir dann nach Thailand. Wo sind wir dann? Wir sind dann auf Ko Chang und Ko Kut und da ist dann eher so ein bisschen entspannen auf der einsamen Insel, am einsamen Strand. Ich hab ja erst so richtig zwei, zwei halbe Strandtage gehabt und von dem her genieße ich das jetzt hier mit dem Ralf.

D: Wie ist das überhaupt zustande gekommen, ist es jetzt von langer Hand geplant gewesen mit Ralf oder hat er schön spontan beschlossen seinen Urlaub auf Thailand zu verlegen?

Ralf spricht

R: Ja, wir haben uns ja im Dezember schon einmal darüber unterhalten wie es wäre, wenn ich ihn einmal besuchen kommen und dann habe ich gesagt: „Ja, dass mache ich.“ Das ging jetzt eigentlich relativ fix. Ich sag jetzt mal innerhalb von vier Wochen haben wir uns darauf geeinigt, dass wir dann eben Kambodscha beziehungsweise Siem Reap und uns Teile von Thailand zusammen anschauen und dann haben wir uns ein bisschen miteinander abgestimmt und innerhalb von vier Wochen war das Thema durch. Hat eigentlich wunderbar geklappt, bei mir waren die Flüge relativ zackig gebucht und eigentlich haben wir auch nur Siem Reap vor gebucht und den Rest machen wir eigentlich recht spontan, da ist kein großer Zeitdruck dabei.

A: Der Ralf ist eigentlich auch eher so einer wie ich, ich bin ja jetzt wirklich schon ein bisschen erfahrener was das Reisen oder das Backpackerleben anbetrifft. Ich buche jetzt nicht mehr so ein Monat schon im Voraus und ich bin dann irgendwo und so drei Tage vorher oder ein Tag vorher oder manchmal buche ich auch gar nichts und fahre in die Stadt und irgendwie klappt das dann auch immer. Dieses lange im Voraus buchen ist immer etwas, was mich so ein bisschen eingeschränkt hat und mir die Flexibilität genommen hat. Ich fand es immer ganz toll dieses ganz spontane zu machen. Heute haben wir eben in Thailand die Hostels und die Hotels gebucht, haben was schönes gefunden.

D: Okay und wie lange werdet ihr jetzt miteinander unterwegs sein?

A: 14 bis 16 Tage in etwa.

D: Sehr cool, da kann man es sehr gut aus halten. Ihr seid gerade wahrscheinlich eher so im Süden Thailands unterwegs oder ich hab die Städtekarte von Thailand gerade nicht im Kopf, helft mir einmal.

R: Südosten. Zu erst Koh Chang das ist eine relativ große Insel und Ko Kut etwas südlicher gelegen. Koh Chang etwas touristischer und Ko Kut wirklich wenig erschlossen, eher wenig Urlauber. Also wenig mit Hotels zugepflastert sondern relativ spärlich infrastrukturell erschlossen.

A: Ist auch an der Grenze zu Kambodscha, ist gar nicht so weit. Wir werden einen Bus nehmen und werden sechs Stunden dort hin fahren und hoffen, dass uns keiner ein Päckchen unterjubelt.

D: Wenn dann solltet ihr es gut verstecken oder aufgebraucht haben bevor ihr kontrolliert werdet.

A: Ja, lacht.

D: Na ja gut, dann kann man ja praktisch nur die Daumen drücken, dass das mit dem Motorrad noch klappt.

A: Ja, da brauche ich noch sehr viel Glück.

D: Ja, dann musst du heute Abend noch Werbung machen. Wie viel Uhr ist es denn gerade bei dir?

A: Ähm 10, also 22 Uhr.

D: Okay, dann würde ich einmal sagen, spontane Versteigerung im Hostel.

A: Ich habe schon versucht dem Eigentümer hier das Ding anzudrehen, aber der hat gleich abgewunken.

D: Oder du spielst mit jemandem Bier Pong und der verliert muss den Roller kaufen.

A: Ja okay und nachher habe ich zwei Roller oder so. Hab ja keine Erfahrung im Bier Pong.

D: Lacht. Ach du bist doch Münchner du wirst doch Mengen an Bier trinken können, jetzt hör doch mal auf hier. Vorhin hast du uns noch einen Audioschnipsel gemailt, wäre vielleicht auch noch interessant. Da wäre jetzt mal die Frage, ich könnte es einfach einmal anspielen und dann kannst du uns ja einmal sagen, bei welcher Gelegenheit du das aufgenommen hast.

Ein singender Kambodianer.

D: Jetzt bin ich gleich auf die Übersetzung von dir gespannt. Hast du von einem Künstler eine CD gekauft?

A: Nein nein, dass war live.

D: Kann ja drin, dass er trotzdem eine CD hatte. So jetzt erzähl mal, wer war das der da singt, bist du das der da singt oder wer?

A: Ja, nachdem ich Bier Pong gespielt habe. Lacht. Ne Quatsch. Wir waren gerade in einem ganz tollen Restaurant, also ersten einmal war das Essen sehr gut. Weißt du noch wie das hieß?

R: „Genevieve´s Restaurant“

A: Genau, „Genevieve´s Restaurant“bei Tripadvisor auf Platz Nr. 6 im Ranking, falls du einmal nachsehen möchtest. Das tolle daran ist die non profit Organisation mehr oder weniger und die nehmen halt Leute von der Straße und bilden die aus als Kellner, spenden das ganze Geld an Schulen und an andere non profit Organisation das Geld welches sie einnehmen. Ein Kellner der war im Gesicht sehr entstellt, der hatte irgendwelche Brandverletzungen danach hat es ausgesehen und der war total schüchtern, vermutlich auf wegen seinem Aussehen und der wurde vielleicht als Kind auch immer gehänselt und der konnte sehr gut singen und dieser Chef von diesem Restaurant hat ihn vermutlich einfach ermutigt hier aufzutreten und der hat dann drei Lieder gesungen, stand total schüchtern da, aber der Restaurantchef hat in ermutigt und das finde ich eben so toll, wenn jemand was kann und man bestärkt und bekräftigt diesen Menschen darin und das kann sein Leben verändern. Der kann wieder neuen Mut schöpfen und das fand ich eben ganz großartig, auch wenn mir die Lieder vielleicht nicht so toll gefallen haben und das war schon nett.

D: Ja ja, der klang auf jeden Fall so, als ob er gut singen kann. Ist halt gewöhnungs-bedürftig für westliche Ohren.

A: Ja, der ist dann auch ganz schüchtern weg gelaufen als er dann gesungen hat, also ist echt wahnsinnig schüchtern. Also sehr sympathisch.

D: Also danke für diesen Eindruck, wir haben mittlerweile in fast jeden Teil immer ein bisschen Geräuschkulisse mit dabei. Dann wünsche ich euch auf jeden Fall wahnsinnig viel Spaß in Thailand und viel Erfolg und ich drücke die Daumen, was deine Begleiterin angeht, also deine Rollerin.

A: Welche Begleiterin?

R: Yakari, der Roller.

A: Ach so der Roller, aber eigentlich ist Yakari ja ein er.

D: Yakari ist ein er?

A: Yakari ist ein Indiander.

D: Ach Mensch okay, ja dann dein Roller halt. Verkaufe verschenke deinen Roller. Vielleicht findest du ja auch jemanden der sich ein Loch in den Bauch freut, wenn du ihm deinen Roller schenkst.

R: Oder er spendet es an non profit Organisation, beispielsweise.

A: Ja, das wäre auch noch eine Idee. Das wäre doch eine Idee, wenn es sich nicht lohnt den los zu kriegen, dass wir ihn dann an das Restaurant spenden.

D: Auf jeden Fall ich drücke die Daumen, passt auf euch auf, habt viel Spaß. In Thailand ist die Internetverbindung ganz gut habe ich mir sagen lassen, daher freue ich mich schon auf das nächste Mal, wenn wir dann aus dem nächsten Land berichten können.

A: Alles klar, ich freue mich auch bis dann.

D: Ciao.

R: Ciao.

A: Tschüss.